E-Commerce

Tschechische Versandhäuser: E-Commerce im Aufschwung

Der digitale Fortschritt verbindet die Welt: Per Mausklick lässt sich heute ganz bequem vom heimischen Sofa aus in allen Ländern der Welt einkaufen. Auch osteuropäische Nationen weisen eine immer stärkere virtuelle Infrastruktur auf. Speziell in Tschechien siedeln sich daher zunehmend prominente Versandhändler an – und locken deutsche Käufer vor allem mit niedrigen Preisen. Doch wie sicher sind derlei Angebote und worauf ist beim Shopping in unserem Nachbarland zu achten?

Versandhäuser in CZ: Ein Markt mit besonderen Merkmalen

Seit vielen Jahren erfreuen sich die im Osten an Deutschland grenzenden Nationen wie Polen oder Tschechien einer großen Beliebtheit bei deutschen Bürgern. Einerseits, weil sich beide Länder mit dem Auto, der Bahn oder dem Flugzeug relativ schnell erreichen lassen. Andererseits, weil sich hier unschlagbar günstige Preise bieten, durch die das Einkaufserlebnis zur Jagd auf Schnäppchen reift. Doch wie sehen die Voraussetzungen eigentlich aus, wenn Waren über das Internet erworben werden?

Hier gilt zunächst, dass Tschechien in der jüngeren Vergangenheit von fast allen großen Versandhändlern gemieden wurde. Denn die kaum 12 Millionen Einwohner umfassende Nation galt als zu klein und leider auch zu unbedeutend, um hier einen leistungsstarken Absatz aufzubauen. Dazu gesellt sich der Umstand, dass tschechische Bürger im Durchschnitt einen Bruttolohn beziehen, der die Grenze von umgerechnet 1.500 Euro im Monat kaum übersteigt. Doch genau aus diesen Erwägungen heraus ist es sinnvoll, dem hiesigen Internethandel eine Chance zu geben.

e commerce in tschechien
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Eine Frage des Preises

In Tschechien ansässige Zwischenhändler und Verkäufer profitieren von den günstigen Löhnen, die sie ihren Angestellten bieten. Ebenso finden sie bis in die ländlichen Regionen hinein eine Infrastruktur vor, die nicht nur gut ausgebaut ist und somit ein schnelles Versenden der Waren erlaubt – sondern die gleichfalls mit sehr niedrigen Mieten lockt.

Da auch die Nebenkosten in der Regel nicht allzu hoch ausfallen, können viele Produkte deutlich unterhalb jenes Wertes angeboten werden, der für vergleichbare Käufe in Deutschland, Frankreich oder England zu bezahlen wäre. Das mag sich beim alltäglichen Shopping noch nicht allzu stark auf der Rechnung bemerkbar machen. Gerade bei Möbeln, Luxusartikeln oder Mode lässt sich auf diese Weise aber bares Geld sparen. Und das sogar für prominente Marken und hochwertige Güter. Die Zeiten, in denen osteuropäische Länder wie Polen und Tschechien als Heimat des billigen Ramsches galten, sind also längst vorbei.

Anbieter reagieren auf das Niedriglohnniveau

In Tschechien hat sich die Branche des Internet-Outlets deutlich stärker als in Deutschland etabliert. Gemeint sind damit Warenhäuser, die bestimmte Kollektionen, Artikel aus dem Vorjahr oder Spezialanfertigungen noch einmal stärker im Preis reduziert anbieten. Zwar hat sich diese Form des Handels in der jüngsten Vergangenheit auf nahezu allen Kontinenten ausgebreitet.

In Tschechien finden die Hersteller aller Segmente aber besonders günstige Bedingungen vor: Aufgrund der geringen Monatslöhne ist es hier für die Bürger fast schon alternativlos, im Outlet einzukaufen, wenn sie namhafte Marken erwerben möchten. Auch das ist ein Umstand, von dem deutsche Internetuser profitieren können. Vielfach lassen sich Mode, Schmuck oder Accessoires auf diese Weise über tschechische Händler zu gerade einmal 50 bis 70 Prozent des Preises erwerben, der in Deutschland für vergleichbare Produkte üblich wäre. Es lohnt sich also, neben dem normalen Internetverkauf auch beim Online-Outlet zu stöbern.

preisgestaltung im e commerce
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Tschechische Versandhäuser: Der Fokus liegt auf regionalen Produkten

Doch das zuvor Gesagte weist eine Kehrseite auf: Zwar ist für die großen Versandhändler das kleine Tschechien mittlerweile recht attraktiv. Sie sind aber noch weit davon entfernt, hier ähnliche Logistikstrukturen wie in vielen westeuropäischen Ländern zu errichten. Auch die Standorte der Lagerhäuser sind aktuell überschaubar. Faktoren, die sich im kommenden Jahrzehnt deutlich verändern werden. Allerdings führen beide Aspekte dazu, dass die Auswahl im tschechischen Onlinehandel bislang nicht den Umfang aufweist, an den deutsche Käufer gewöhnt sein dürften.

Doch die osteuropäische Nation weiß sich in diesem Punkt zu helfen: Die Lücken in den Regalen werden immer stärker mit regionalen Produkten geschlossen. Galten hier über lange Zeit vor allem die Lebensmittel als echte Spezialität, so erwirbt sich Tschechien gegenwärtig auch als kreativer Hersteller von Textilwaren, als innovativer Marktplatz für technische Bauteile sowie als Meister der traditionellen Handarbeit einen renommierten Namen. Eine Gelegenheit, die sich deutsche Kunden nicht entgehen lassen sollten.

Bezahlen so einfach wie in Deutschland

Wer sich für einen bestimmten Artikel entschieden und diesen in seinen virtuellen Warenkorb gelegt hat, kann den folgenden Prozess des Einkaufs ebenso schnell wie reibungslos durchlaufen: Tschechische Versandhäuser akzeptieren eine Bezahlung über die Kreditkarte, über Paysafe-Cards oder über einen Drittanbieter wie PayPal – und das meist sogar ohne zusätzliche Kosten.

Auch die Sprachbarriere fällt dabei weg: Viele Webseiten osteuropäischer Händler sind sehr modern gestaltet und erlauben eine Anpassung zumindest an die englische, häufig aber sogar an die deutsche Sprache. Und wo es dennoch einmal Nachfragen zu einem Produkt gibt, da kann gerne auf Englisch oder Deutsch via Chat oder Mail mit dem Kundenservice kommuniziert werden – selbstverständlich abermals in erstklassiger Qualität und mit ausgezeichneter Höflichkeit. Ebenso mit dem Bemühen, ein Problem tatsächlich zu lösen und dem Käufer bei seinem Anliegen wirklich weiterzuhelfen. In diesem Punkt sind Unterschiede zu deutschen Internethändlern durchaus zu erkennen.

bezahlmethoden beim online shopping
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Auf Einkaufstour im tschechischen Versandhandel? Nicht jedes Schnäppchen bleibt auch eines

Wer nun aber sofort den tschechischen Versandhandel ausprobieren möchte, sollte die Jagd nach günstigen Preisen nicht überstürzen. Einerseits, weil dort die Abgabe an Steuern ein wenig anders als in Deutschland geregelt ist. Nicht immer sind diese Nebenkosten auf den ersten Blick erkennbar. Auch die Art und Weise, wie derartige Gebühren ausgewiesen werden müssen, weicht von unserem Vorgehen ab.

Andererseits ist gleichfalls damit zu rechnen, dass beim Überschreiten der Grenze eine Abgabe an den Zoll fällig wird. Sie kann meist direkt mit der Gesamtsumme oder später beim Postboten beglichen werden. Zuweilen kommt es sogar vor, dass der Käufer die Warensendung beim Zoll abholen muss. Diese kleinen Warnhinweise sollen den Einkauf in den tschechischen Versandhäusern allerdings nicht schmälern. Hier lässt sich noch immer manches Schnäppchen finden, auf das nicht mehr zu hoffen war. Gleiches gilt für den herausragenden Kundenservice, der europaweit seinesgleichen vergeblich sucht.